Visablockade beenden
Wir fordern die deutsche Politik auf, die Blockade humanitärer Visa zu beenden und Patientinnen und Patienten aus Gaza die Einreise nach Deutschland zur medizinischen Behandlung zu ermöglichen.
Wir setzen uns dafür ein, dass kranke und verletzte Menschen aus Gaza Zugang zu der medizinischen Behandlung erhalten, die sie brauchen.
Wir fordern die deutsche Politik auf, die Blockade humanitärer Visa zu beenden und Patientinnen und Patienten aus Gaza die Einreise nach Deutschland zur medizinischen Behandlung zu ermöglichen.
Über viele Jahre konnten schwer erkrankte Menschen aus Gaza zur Behandlung in Krankenhäusern in Ost-Jerusalem und im Westjordanland reisen. Seit Oktober 2023 ist dieser Weg von Israel blockiert.
Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, sich gegenüber der israelischen Regierung dafür einzusetzen, dass Patientinnen und Patienten aus Gaza wieder sicher zu Krankenhäusern in ganz Palästina gelangen können.
Wir unterstützen die Wiederherstellung und den Wiederaufbau der medizinischen Versorgung in Gaza. Zugleich fordern wir stärkeren Druck auf Israel, damit medizinische Hilfsorganisationen ungehindert arbeiten können und Angriffe auf medizinisches Personal und Krankenhäuser beendet werden.
Dafür starten wir Petitionen, organisieren Veranstaltungen und sprechen mit Politikerinnen und Politikern sowie medizinischen und humanitären Organisationen.
Die Gaza Care Bridge Initiative entstand als Reaktion auf die anhaltende humanitäre und medizinische Notlage in Gaza und die gleichzeitig stark eingeschränkten Möglichkeiten, notwendige Behandlung außerhalb des Gazastreifens zu erhalten. Trotz wiederholter Aufrufe internationaler Organisationen zu mehr medizinischen Evakuierungen blieb die Aufnahmebereitschaft Deutschlands und anderer europäischer Staaten bislang begrenzt.
Die Initiative setzt sich dafür ein, medizinische Evakuierungen auszuweiten und den Zugang zu Visa für Patienten und ihre Begleitpersonen zu erleichtern. Sie will politische und administrative Hindernisse sichtbar machen und konkrete politische Lösungen vorantreiben.
Das Gesundheitssystem in Gaza ist zerstört. Nach Angaben der WHO benötigen mehr als 18.500 Menschen medizinische Behandlung außerhalb Gazas, darunter rund 4.000 Kinder. Viele davon brauchen spezialisierte Behandlungen, die ausschließlich im Ausland, zum Teil auch in Europa, möglich sind.
Laut WHO sind zwischen Sommer 2024 und Sommer 2025 fast 1.000 Menschen gestorben, während sie auf eine medizinische Evakuierung warteten. Davon mehr als 100 Kinder.
Rund 12.000 Menschen konnten bisher medizinisch aus Gaza evakuiert werden. Der überwiegende Teil wurde von Staaten in der Region aufgenommen, darunter Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Jordanien. Deren Kapazitäten sind jedoch begrenzt, insbesondere bei hochspezialisierten Behandlungen. Deshalb braucht es weitere aufnahmebereite Staaten.
Eine Evakuierung kann nur funktionieren, wenn mehrere Bedingungen erfüllt sind: die Ausreise aus Gaza, ein aufnahmebereites Land, ein Krankenhaus, das die Behandlung übernimmt, sowie Visa für Patienten und ihre Begleitpersonen.
Ein ebenso wichtiger Bestandteil ist die sichere Rückkehr nach Abschluss der Behandlung. Medizinische Evakuierung darf nicht zu einem Instrument dauerhafter Vertreibung oder ethnischer Säuberung werden.
Die WHO unterstützt die Koordination medizinischer Evakuierungen und ruft weitere Länder zur Aufnahme auf. Zu ihren Empfehlungen gehören außerdem die Wiederherstellung eines medizinischen Korridors ins Westjordanland und nach Ost-Jerusalem, eine stärkere Nutzung der Evakuierungsrouten über Ägypten und Jordanien sowie der Abbau logistischer und administrativer Hindernisse.
Deutschland verfügt über spezialisierte Kliniken und erprobte Strukturen. Über den Kleeblattmechanismus wurden seit 2022 mehr als 1.500 schwer verletzte und schwer erkrankte Menschen aus der Ukraine zur Behandlung nach Deutschland gebracht.
Deutschland ist außerdem Teil des UCPM, des europäischen Katastrophenschutzverfahrens, über das unter anderem medizinische Evakuierungen koordiniert werden können. Es braucht also nicht erst neue Strukturen, sondern vor allem die politische Entscheidung und den politischen Willen, bestehende Strukturen auch für medizinische Evakuierungen aus Gaza zu nutzen.
Mehrere europäische Länder sowie Staaten wie die USA, Mexiko und Japan haben bereits Patienten aus Gaza aufgenommen. Deutschland nahm Anfang 2024 zwei Kinder zur Behandlung auf. Seitdem fanden nach Angaben der Initiative keine weiteren Aufnahmen statt.
Auch in Deutschland gibt es bereits konkrete Aufnahmebereitschaft. Mehrere Kommunen haben sich für die Aufnahme verletzter und traumatisierter Kinder ausgesprochen. Rund 40 Krankenhäuser und weitere medizinische Einrichtungen erklärten ihre Bereitschaft, Kinder aus Gaza aufzunehmen und teilweise auch die Behandlungskosten zu übernehmen. So sagte etwa das Universitätsklinikum Bonn die Behandlung eines elfjährigen Kindes mit schweren Explosionsverletzungen zu.
Trotz dieser Bereitschaft wurden entsprechende kommunale Initiativen bislang nicht umgesetzt. Als Gründe wurden unter anderem Sicherheits- und Organisationsfragen genannt.
Medizinische Evakuierungen können den Wiederaufbau des Gesundheitssystems in Gaza nicht ersetzen. Langfristig braucht es funktionierende Krankenhäuser, medizinisches Personal und einen sicheren Zugang zu Medikamenten und Infrastruktur. Solange diese Voraussetzungen fehlen, können Evakuierungen für schwer verletzte und schwer erkrankte Menschen jedoch lebensrettend sein. Kurzfristig braucht es sichere und verlässliche Evakuierungen. Langfristig braucht es den Wiederaufbau der Gesundheitsversorgung in Gaza. Beides gehört zusammen.
Zusammenarbeiten
Wir suchen den Austausch mit Kliniken, Fachpersonen, humanitären Organisationen, Initiativen und Veranstaltungsorten.
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